GEBHARDT-STAHL startet neue Profiliermaschine


Werl. Mit einer neuen Profiliermaschine rüstet sich die Firma GEBHARDT-STAHL, Spezialist für Stahlprofile, für die Zukunft. Nachdem sich allein die Nachfrage nach thermisch getrennten Verstärkungsprofilen für Kunststofffenster seit Mitte 2010 um etwa 30 Prozent erhöht hat, investiert das Werler Traditionsunternehmen eine hohe sechsstellige Summe in die neue Anlage. Mit Hilfe der Maschine, die über modernste digitale Steuerungstechnik verfügt, ist GEBHARDT-STAHL in der Lage, seinen Gesamt-Ausstoß um etwa 15 Prozent im Monat – also etwa 600 Tonnen Stahl – zu steigern. Durch diese Produktionserweiterung können die ohnehin schon sehr kurzen Lieferzeiten nochmals heruntergeschraubt werden. Auch in puncto Flexibilität beim Fertigungsprozess geht mit Anschaffung der neuen Maschine eine weitere Steigerung einher. Geschäftsführer Ralf Neuhaus dazu: „Wir haben an unserem Werler Standort nun insgesamt acht Profilier-Anlagen im Einsatz. Somit können wir unsere Aufträge noch zügiger abarbeiten und neue Maßstäbe bezüglich Reaktionsgeschwindigkeit setzen.“ Anfang April wird die Maschine in der neuen 4500 Quadratmeter großen Produktionshalle an der Runtestraße ihren Betrieb aufnehmen.

Auf der Anlage, die von GEBHARDT-STAHL im vergangenen halben Jahr in Eigenregie konzipiert wurde, können Profile nun mit noch höherer Präzision gefertigt werden als bislang. Profillängen und Längentoleranzen werden dabei bis auf Zehntel-Millimeter genau eingehalten. Prinzipiell können nahezu alle Profile aus dem breiten Sortiment von GEBHARDT-STAHL darauf gefertigt werden: sowohl Kopplungsprofile als auch gelochte Profile sowie Statik-Abrollprofile.

Neben der Inbetriebnahme der neuen Maschine bereitet die gestiegene Nachfrage nach den thermisch getrennten Verstärkungsprofilen für Kunststofffenster den Verantwortlichen des Familienunternehmens Freude. Bei der so genannten Thermischen Trennung kombiniert GEBHARDT-STAHL Kunststoff und Stahl in Verstärkungsprofilen so, dass die Wärmeleitfähigkeit des Metallprofils unterbrochen wird. Auf die Steifigkeit und Festigkeit des gesamten Verstärkungsprofils hat dies jedoch keine Auswirkung. Mit Hilfe des innovativen Profils werden hohe Isolationswerte erzielt, ohne dass dabei Abstriche bei der Stabilität in Kauf genommen werden müssen. Ralf Neuhaus dazu: „Wir stellen fest, dass immer mehr Fensterbauer die Zeichen der Zeit erkannt haben und thermisch getrennte Profile bei uns ordern. Damit können sie der Energiesparverordnung 2013 nämlich ganz gelassen entgegen sehen.“  

Die Energiesparverordnung (EnEV) 2013  verschärft die novellierte EnEV aus dem Jahre 2009 nochmals deutlich. So werden strengere Anforderungen an die energetische Qualität von Neubauten steigen und an die Modernisierung von Altbauten gestellt. Im Vergleich zur EnEV 2009 soll der Energiebedarf für Heizung und Warmwasser in Wohn- und Nichtwohngebäuden um weitere fast 30 Prozent sinken. „Mit den günstigen Eigenschaften unserer Profile ist dies alles kein Problem“, betont Neuhaus. Schließlich können die thermisch getrennten GEBHARDT-STAHL-Produkte den UF-Wert um 0,1 bis 0,2 Punkte bei gleicher Statik drücken. Was sich günstig auf CO2-Ausstoß und Heizkosten auswirkt. Neuhaus dazu:  „Auch bei bereits bestehenden Fenstersystemen kann mit der neuen Technologie die Wärmeleitfähigkeit um bis zu 20 Prozent gesenkt werden. Voraussetzung dafür ist lediglich, dass man die herkömmlichen Armierungen durch unsere neuen thermisch getrennten ersetzt.“

Mittlerweile kann GEBHARDT-STAHL thermisch getrennte Profile für über 30 Fenstergeometrien bzw. Fenstervariationen herstellen. Zudem gewinnt das Unternehmen dabei stetig neues Know how für die anspruchsvolle Produktion der Profile. Prokurist Dirk Thörner dazu: „Wir werden versuchen, die Fertigungskosten für dieses hochwertige Produkt weiter zu reduzieren. Wenn uns dies gelingt, geben wir den Vorteil natürlich direkt an unsere Kunden weiter.“

Der gute Ruf der thermisch getrennten Profile reicht offenbar sogar über die Landesgrenzen hinaus. Denn erst kürzlich besuchte ein renommierter Fenster-Systemhersteller aus Frankreich das Gebhardt-Stahl-Werk in Werl. Das Unternehmen plant, Ende des Jahres eine Neuentwicklung auf den Markt zu bringen. Konkrete Verhandlungen mit GEBHARDT-STAHL laufen derzeit.

Beeindruckt zeigten sich die französischen Verhandlungspartner auch vom zuvorkommenden Kundenservice bei Werler Profilhersteller. So kann Gebhardt-STAHL im Hinblick auf thermisch getrennte Profile seit Jahresbeginn noch stärker auf die individuellen Kundenvorschläge eingehen und dazu fundierte Zeichnungen, Statiken und Flixo-Berechnungen herstellen.